Eigentlich wollte ich immer schön chronologisch Blogeinträge verfassen. Das heißt soviel wie eigentlich würde die Überschrift :" 10 Tage runter Reisen von woolgoolga nach Sydney-immer mehr Meer" oder ähnlich lauten. Doch ich habe (um ganz ehrlich zu sein) überhaupt keine Lust die eine Millionen Bilder von Stränden und Parkplätzen, auf denen wir uns befanden, zu bearbeitet und auszusortieren. Also schreibe ich euch lieber was gerade in "zum kotzen Sydney" so vor sich geht. Wir sind vor einigen Wochen hier angekommen und wohnen wieder im Haus des Chefs von Martin und Paul. Nachdem wir uns erstmals einlebten, surfen in Bondi waren und uns Jakob besuchte, hieß es für mich mal wieder : Jobsuchen.
Ich hatte ja mittlerweile Übung darin. Wusste also wo, wen und wie ich zu fragen hatte. Also startete ich in der Nähe von Bondi. Nix. Weiter nach Bronte. Nix. Also immer weiter raus aus Innenstadt Sydney. Next stop: Coogee beach. Schöner Strand! Auch nichts. Aber die Leute waren wesentlich netter da. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich nett lächeln und doch niemals anrufen als nett einstufen sollte! Dann bin ich eines Morgens die Wellen in Maroubra-beach mit Martin abchecken gegangen. Dort war so ein Restaurant mitten an der Promenade -Ocean Ausblick inclusive. Hab sofort ein Trail bekommen. Hab das dann am nächsten Tag auch gut gemeistert. Jedoch bekam ich dort nur 3 Schichten pro Woche. Wieso sollte das Glück auch auf meiner Seite sein? Nachdem ich also drei Tage dort gearbeitet hatte, auf einer Hochzeit gekellnert hatte und vor Hunger nicht mehr denken könnte, weil es weder Essen noch Pausen für mich gab und dennoch keine weiteren Schichten anfielen, beschloss ich nochmals suchen zu gehen.
Und siehe da was für ein Glückstag! In Bronte beach bekam ich ein Trail in einem Café /Restaurant bei einem griesgrämigen Franzosen. Nach zwei Tagen hatte ich ihn jedoch vollkommen überzeug. Außerdem gibt es dort Essen für mich. Aber das ist noch nicht alles. Am gleichen Tag fand ich einen Job im "Robin Hood Hotel" der Name ist schon ziemlich cool und den Job den ich da nun habe ist es ebenso. Wieder ein Barjob. Soweit so gut. Hab letztens 30stunden in 2 Tagen gearbeitet. Dazwischen zwei Stunden geschlafen. Am Ende konnte ich kaum noch stehen und selbst beim Schlafen hab ich nurnoch vom Kellnern geträumt (bin sogar schlafgewandelt). Mein Restaurant Chef hat letztens mit Tellern umhergeschmissen, weil im Stress einiges schief lief und der sagt so Dinge wie :"go and work german" oder andere grobe Sachen. Und mein Barchef hat mich angeschrien, weil ich in einer NICHT stressigen Sekunde jemanden geantwortet habe, wies mir geht. Kurz gesagt beide können nicht mit Stress ruhig umgehen und beide sind von null auf hundert hysterisch. Damit kann ich ja mal so garnicht agieren. :"Lass das nicht an dich rankommen!" "Einfach lächeln und machen was zu machen ist dann hast du mit dem keine Probleme." :"Der ist halt so er ist ein Dickhead" -sind die Sachen die meine Kollegen mir dann schulterklopfend sagen. Wenigstens die sind alle voll lieb! Ich glaube meine Chefs werden mich töten wenn ich den sage das ich früher als gedacht kündige. Ich bin also gerade nur noch am arbeiten und hab jeden Tag aufs neue schiss von den Chefs blöd angemeckert zu werden. Und ich bin gewiss nicht schlecht im arbeiten!
Was einem eben nicht gesagt wird ist, dass Australien verdammt teuer ist und dass Arbeit finden eben doch nicht sooooo einfach ist wie man sich das denkt. Zwischendurch habe echt etwas Heimweh bekommen. Wenigst verdien ich ne Menge Geld und mein Englisch wird immer besser. Und an alle die meinen :"Oh ihr geht nach Australien also erstmal eine Auszeit nehmen." Denen kann ich nur sagen, dass das hier verdammt nochmal keine Auszeit, kein absoluter Spaß und kein vollkommener Genuss ist. Das hier ist Lebenaufbauen weit weg von all den Standards, die wir aus Deutschland gewöhnt sind. Verdammt hier gibt's Duschen unter die mein Kopf nicht passt, weil die zu klein sind und Handtücher die nicht abtrocknen, geschweige denn aufsaugen. :D Und Nachts trau ich mich nicht die Fußgängerwege zu nehmen weil Riesenspinnen von Baum zu Haus Meterlange Spinnennetze spinnen. Also nur weil wir nicht den deutschen Standart/ Traum (Schulabschluss, studieren ,Hausbauen,Kind kriegen) leben heißt das nicht, dass das hier entspannter ist! Nur ist es hier eben wärmer und verdammt viel schöner als in Deutschland! Und wenn wir das mit dem arbeiten überstanden haben, heißt es zum Glück auch erstmal genießen!
Über einen Monat arbeiten habe ich bereits hinter mir. Im Restaurant sind 2 Kellnerin gegangen und die Schichten im Robin Hood nehmen jede Woche zu. Wir sind also nurnoch 3 Kellnerin (dieser Chef ist so ein unorganisierter eingebilderter Vollidiot) wie auch immer 3 Kellnerinen seinen Laden da führen sollen! Kurz gesagt es kommt mehr und mehr Arbeit auf mich zu und lange kann ich das nichtmehr unter einen Hut bringen. Ich werde also sehr bald den Restaurantjob kündigen und kurz noch in der Bar weiter arbeiten und ich hoffe dann können wir Sydney verlassen!
Hier mal ein Paar Bilder aufgenommen mit der superhyperquallitaet meiner Handycamera.


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